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HAUS N°10 D

HAUS N°10 D

Präzision der Tektonik, Rauheit der Textur

ORT: MÜNSTER, DEUTSCHLAND

JAHR: 2024

TYPOLOGIE: WOHNEN

STATUS: FERTIGGESTELLT

BAUHERR: PRIVAT

FOTOS UND GRAFIKEN: ROMAN MENSING / JÖRGEN DREHER

Präzision der Tektonik, Rauheit der Textur

Präzision der Tektonik, Rauheit der Textur

Haus N°10 ist die Transformation eines bestehenden Gebäudes zu einem großzügigen Lebensraum für eine vierköpfige Familie. Die Aufstockung ergänzt den Bestand nicht durch Anpassung, sondern durch eine klare Setzung. Alt und Neu bleiben unterscheidbar und bilden eine bewusst spannungsvolle Einheit.

Der neue Aufbau ist als präzise gefügtes Volumen ausgebildet. Eine gerasterte Aluminium-Pfosten-Riegel-Fassade mit tiefschwarzer, matter Pulverbeschichtung definiert die äußere Erscheinung. Die feine Tektonik der Glasfassade kontrastiert mit der groben Kratzputzoberfläche des Bestands mit 8 mm Körnung. Präzision steht gegen Rauheit, Leichtigkeit gegen Masse. Die unterschiedlichen Schichten des Hauses bleiben ablesbar.

Großzügige Raumhöhen verleihen den Innenräumen Weite und Ruhe. Die Konstruktion bleibt sichtbar: Sichtbetonwände, freiliegende Stahlträger und ein Dachaufbau aus Trapezblech bestimmen den räumlichen Ausdruck. Auch die technische Infrastruktur wird nicht verborgen, sondern als Teil der Architektur verstanden. Die Aufputzinstallation folgt dieser Haltung und macht das Haus als gebautes Gefüge erfahrbar.

Den rohen, industriell geprägten Materialien stehen präzise gearbeitete Einbauten gegenüber. Maßgefertigte lackierte Tischlerarbeiten und fein bearbeitete Steinoberflächen bilden einen stillen Gegenpol zur konstruktiven Direktheit. Die räumliche Qualität entsteht aus dem Gleichgewicht von Härte und Verfeinerung.

Haus N°10 versteht sich als Weiterbau: ein Haus, das den Bestand nicht ersetzt, sondern fortschreibt. Seine architektonische Haltung liegt in der Klarheit der Konstruktion, der Präzision der Details und der bewussten Gegenüberstellung unterschiedlicher Materialien und Maßstäbe.

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