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HAUS N°11 P

HAUS N°11 P

Reduktion, Geometrie, Raum – Architektur der Klarheit

ORT: SENDEN, DEUTSCHLAND

JAHR: 2023

TYPOLOGIE: WOHNEN

STATUS: FERTIGGESTELLT

BAUHERR: PRIVAT

FOTOS UND GRAFIKEN: ROMAN MENSING / JÖRGEN DREHER

Reduktion, Geometrie, Raum – Architektur der Klarheit

Reduktion, Geometrie, Raum – Architektur der Klarheit

Haus N°11 lebt von der Kraft der Reduktion. Die Fassade ist konsequent auf ein Material konzentriert: Klinker. Auch farblich ist das Haus klar gefasst — schwarz, ruhig, zurückhaltend. Gerade aus dieser Beschränkung entsteht seine besondere Ausstrahlung. Das Gebäude gewinnt seine Präsenz nicht aus der Vielfalt der Mittel, sondern aus ihrer bewussten Reduktion.
Seine architektonische Qualität entwickelt das Haus über Geometrie, Volumen und Proportion. Der Baukörper ist klar geordnet, Öffnungen und Einschnitte sind präzise gesetzt. So entsteht eine Architektur, die selbstverständlich und ruhig wirkt, ohne an Ausdruck zu verlieren. Das Haus braucht keine zusätzlichen Gesten, um Charakter zu zeigen; seine Stärke liegt in der Klarheit seiner Form.
Zur Straße hin erscheint das Gebäude eher geschlossen und schafft Schutz und Privatheit. Nach innen öffnet es sich und ordnet sich um einen Garten beziehungsweise Hof an, der zu einem räumlichen Zentrum des Hauses wird. Von hier aus entfalten sich Blickbeziehungen, Belichtung und die Beziehung zwischen Innen- und Außenraum. Der Garten ist nicht nur Freiraum, sondern ein wesentlicher Teil der architektonischen Ordnung.
Zum Garten hin öffnet sich das Haus mit hellen, großzügigen Räumen und fließenden Übergängen nach außen. So entsteht ein ausgewogenes Verhältnis von Rückzug und Offenheit. Die eher zurückhaltende äußere Erscheinung steht im Kontrast zu einer inneren Großzügigkeit, die dem Haus seine besondere räumliche Qualität verleiht.
Auch im Inneren setzt sich diese Haltung fort. Die Räume wirken nicht durch Überformung oder Inszenierung, sondern durch ihre klare Ordnung und eine präzise räumliche Gliederung. Blickbeziehungen, Übergänge und Öffnungen sind so aufeinander abgestimmt, dass ein zusammenhängendes und zugleich differenziertes Raumgefüge entsteht.
Ein wesentliches Thema des Hauses sind dabei die unterschiedlichen Raumhöhen. Sie strukturieren die Bereiche auf subtile Weise und geben den einzelnen Räumen jeweils einen eigenen Charakter. So entstehen Zonen von Intimität und Weite, von Konzentration und Offenheit. Die differenzierten Raumhöhen tragen entscheidend dazu bei, dass das Haus großzügig wirkt, ohne seine Ruhe und Klarheit zu verlieren.
Haus N°11 ist damit ein Beispiel für eine Architektur, die aus Klarheit, Konsequenz und der Konzentration auf das Wesentliche ihre Stärke gewinnt. Ein Material, eine Farbe und eine präzise räumliche Ordnung verbinden sich zu einem Haus mit starker Identität und selbstverständlicher Präsenz.

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